Frühlingszeit ist Pollenzeit: Mensch, der in ein Taschentuch schneuzt

Wenn die Pollen fliegen

In Deutschland leiden immer mehr Menschen an Heuschnupfen. Von 2010 bis 2019 erhöhte sich die Zahl der erkrankten gesetzlich Versicherten von 4,2 auf fünf Millionen – ein Zuwachs von 19 Prozent, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung nach einer Studie mitteilte.

Es existierten Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, aber auch zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung. In den meisten Altersgruppen gibt es ein klares Stadt-Land-Gefälle: In dünn besiedelten ländlichen Kreisen lag der Anteil der Heuschnupfen-Patienten 2019 bei 6,6 Prozent gegenüber 7,8 Prozent in kreisfreien Großstädten. Im Untersuchungszeitraum stieg der Anteil erkrankter Erwachsener an. Die Untersuchung zeigt, dass Umwelteinflüsse in Zusammenhang mit der Wohnortgröße mit ansteigendem Alter für das Erkrankungsgeschehen an Bedeutung gewinnen.

Alternativen zu Medikamenten

Heuschnupfen ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen. Betroffene leiden von Frühjahr bis Herbst unter tränenden Augen, einer juckenden Nase und Atembeschwerden. Um die Symptome zu lindern, müssen nicht unbedingt Medikamente her.

Einfachste Lösung war in früheren Jahrzehnten die Flucht begüteter Patienten in Kurorte mit Gebirgsklima und Salzanwendungen, um so den Pollenflugzeiten auszuweichen. Wegen der erheblichen therapeutischen Bedeutung der Klimafaktoren für den menschlichen Organismus sind heute wissenschaftliche Klimabewertungen ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssicherung der Kur.

Salzanwendungen können helfen

Unser Kurort empfiehlt sich in diesem Frühjahr erstmalig auch als Therapieplatz für Menschen, die unter Pollenallergien leiden. Mit dem Gradierwerk, der Tockensalz-Inhalation im Kurmittelhaus und den Therapien in der Salzlounge stehen wirksam Anwendungen zur Verfügung.

Salz als natürliches Heilmittel bewirkt das Abschwellen der Nasenschleimhäute. Die feuchte, salzige Luft am Gradierwerk befeuchtet die Nasenschleimhäute und lindert so den Juckreiz. Auch ätherische Öle, wie Pfefferminz-, Eukalyptus-, Fenchel- oder Dillöl beruhigen die Bronchien, helfen beim Durchatmen und wirken schleimlösend.

Tipps für zu Hause

Manchmal helfen auch Hausmittel gegen den lästigen Heuschnupfen.

  • 10-Minuten-Dampfbad mit Kochsalzlösung: Die Kochsalzlösung können Sie einfach selbst mischen: ein bis zwei Teelöffel Salz in kochendem Wasser auflösen, Topf vom Herd nehmen und inhalieren.
  • Öl inhalieren: Statt Kochsalzlösung wirkt auch ein Dampfbad mit ätherischen Ölen.
  • Nasenspülung mit Kochsalz: Die Lösung spült die Pollen von der Nasenschleimhaut herunter. Die Nasenspülung kann selbst hergestellt werden. Einen Teelöffel Kochsalz in einem Viertelliter lauwarmem Wasser auflösen.
  • Feuchte Augenmaske: Ein feuchter, kalter Stofflappen auf den Augen hilft gegen quälenden Juckreiz.
  • Aromatische Düfte: Ein paar Tropfen Pfefferminzöl in einer Schüssel mit Wasser neben dem Bett oder auf dem Schreibtisch helfen beim Durchatmen.
  • Abends Duschen: Vor allem in den Haaren verfangen sich Pollen. Durch Duschen und Haarewaschen vor dem Zubettgehen werden die allergieauslösenden Pollen herausgewaschen.
  • Brille tragen: In der Allergie-Saison ist eine Brille für die sowieso schon gereizten Augen angenehmer als Kontaktlinsen.
  • Vitaminbombe: Vitaminreiche, frische und abwechslungsreiche Lebensmittel wirken sich positiv auf die Allergie aus. Achtung: Weißwein, Salami und Käse hingegen können die Beschwerden des Heuschnupfens eher verschlimmern, da sie allergiefördernde Histamine enthalten können.
  • Viel trinken: Viel Wasser oder ungesüßter Tee befeuchten die Schleimhäute und stärken die Pollenbarriere.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen. Die ständige Reizung der Atemwege machen die Schleimhäute noch angreifbarer.

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Autorin: Badeärztin Dr. med. Iris Kröber arbeitet seit Oktober 2012 im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg als Oberärztin Ambulanz.

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Informationen zu Behandlungsangeboten im Eisenmoorbad erhalten Sie beim Gästeservice, Tel. (03 49 25) 6 30 37

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