Wilde Rose

Die Rose – längst nicht nur schön

Sie ist die Königin unter den Blumen, bezaubert aber längst nicht nur durch ihre Schönheit und den verlockenden Duft. Auch als Heilmittel besticht die Rose durch ihre vielfältige Wirkkraft.

Am 21. Juni ist es wieder so weit: Um 18 Uhr öffnen die Türen im Kurpark des Eisenmoorbades zum traditionellen Rosenabend. Umrahmt von Musik, Artistik und kulinarischen Köstlichkeiten steht die Rose zur Sommersonnenwende im Zentrum des Geschehens.

Blume der Liebe

Über 30.000 Rosensorten werden bis heute gezählt, die Gärten auf der ganzen Welt schmücken. Bei all der Pracht geht schon fast vergessen, dass die Rose weit mehr kann, als durch ihre Erscheinung und den betörenden Duft zu verzaubern. Als Blume der Liebe war sie zwar bereits im antiken Griechenland der Göttin Aphrodite und bei den Römern der Venus gewidmet. Aber auch ihre Heilkraft war zu allen Zeiten und in allen Gegenden bekannt und geschätzt.

Gut für Augen, Haut und Wunden

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Rose beispielsweise mit der Leber und der Milz in Verbindung gebracht, aber auch als nährendes Mittel für die Haut und zur Verbesserung der Verdauung. Im alten Rom wurde die Rose bei über 30 Krankheitsbildern empfohlen. Hildegard von Bingen riet dazu, bei Tagesanbruch Rosenblätter zu sammeln und sie auf die Augen zu legen. Und während der Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert entdeckte der französische Militärarzt Ambroise Paré die Wirkung von Rosenöl als Wundheilmittel.

In einem Heilpflanzenporträt der Deutschen Heilpraktiker Zeitschrift werden der Rose folgende Wirkungen zugeschrieben:

Rosenblüten

entzündungshemmend
durchfallhemmend
wundheilend
hautklärend
blutreinigend
keimwidrig
beruhigend
aphrodisierend

Rosenöl

antibakteriell
antiviral
antimykotisch
entzündungshemmend
wundheilend
hautregenerierend
nerven- und herzstärkend
hormonmodulierend
stimmungsaufhellend
stressreduzierend
aphrodisierend

Blüten als Tee, Öl als Bad

Rosenblüten eignen sich als Tee, aber auch in der Küche oder als Badezusatz. Der Tee entspannt z.B. bei Menstruationsbeschwerden und stabilisiert bei Wechseljahr-Beschwerden. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich kann er gegurgelt werden. Und bei gereizten, entzündeten Augen kommt er kalt als Kompresse zur Anwendung.

Rosenöl oder auch Blüten sind zudem ein herrlicher Badezusatz, um für wohltuende Entspannung zu sorgen und nach einem stressreichen Tag zur Ruhe zu kommen. Auch bei Angstzuständen, depressiven Verstimmungen oder Traurigkeit kann Rosenduft Erleichterung bringen.

Und dann sind noch die Hagebutten

Verschiedene Rosen (vor allem Wildrosen) entwickeln im Spätsommer Hagebutten. Diese Scheinfrüchte sind ebenfalls vielfältig einsetzbar. Sebastian Kneipp etwa empfahl aufgekochte Hagebutten bei Nieren- und Blasenproblemen sowie gegen Magenkrämpfe. Hagebutten sind wahre Vitamin-C-Booster, wirken antioxidativ und regenerieren den Zell- und Hautstoffwechsel.

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Autorin: Bettina Bichsel bloggt für das Eisenmoorbad rund um Lesenswürdiges, Medizinisches, Gesundes und Kneipp-Spezifisches. 

Foto: AngelaL (Pixabay)